Feuerwehr-Einsatzdrohne

von Andreas Noel

Auch wenn die Haupttätigkeiten einer Feuerwehr im Bereich abwehrender Brandschutz und technischer Hilfeleistung natürlich ein fast ausschließlich analoges Geschäft ist, hat sich die Feuerwehr Ebenhausen immer innovativ gezeigt und frühzeitig digitale Helfer eingeführt. Einsatz-iPad und -Notebook, digitale Rettungskarten, Einsatz-Informationssystem, Verwaltungssystem, digitale Einsatzbibliothek um nur einige zu nennen.

Jetzt war die Zeit reif für einen nächsten Innovationsschritt bei der FF Ebenhausen. Wir haben eine Drohne zur „unbemannten Flugaufklärung – UFA“ , mit Wärmebildkamera und ausgefeilten Möglichkeiten der Flugsteuerung- und Unterstützung beschafft. Dabei hat uns ein ortsansässiger Spender geholfen.

Gerade die Phase nach Eintreffen an einem Einsatzort ist entscheidend für das treffen wichtiger einsatztaktischer Entscheidungen. Dabei ist die Lageerkundung nicht immer einfach. Denken wir an Wald- oder ausgedehnte Gebäudebrände, Dachstuhlbrände, Vermisste oder verletzte Personen mit unklarer Position oder z.B. größere Verkehrsunfälle und ausgedehnte Naturereignisse wie die Schneelast im Winter 2019. Aufgrund der Ausdehnung eines Ereignisses, seiner genauen örtlichen Lage oder seiner Dynamik ist die Erkundungsphase oft nur mit erheblichem Kräfteaufwand, oder unter Hinzuziehung von Hilfsmitteln wie Hubschraubern, möglich. Mit einer schnell einsatzbereiten Drohne kann die Einsatzleitung zügig durch wichtige Erkenntnisse, wie genaue Positionen oder Ausdehnungen, unterstützt werden.

Die neue Drohne der FF Ebenhausen hat einiges zu bieten:

  • Kurze Einsatzbereitschaft innerhalb weniger Minuten
  • Normal- und Wärmebildkamera im Dualbetrieb
  • Wärmemessungen und verschiedene WBK Modi
  • Exakte Positionsdatenübertragung
  • Reichweite bis zu 7km
  • Automatisierte Anti-Kollosionsroutinen
  • Auto- Go-Home Funktionen
  • Einfach in der Bedienung mittels ausgereifte Flugunterstützung
  • Flugschreiber und AirSense für Kollisionswarnungen mit anderen Fluggeräten
  • Mission Flight zum Abfliegen vorab festgelegter Routen
  • Speichern von Wegpunkten zur Heranführung von Einsatzkräften
  • Anbindung an Einsatzleitwagen und Datenübertragung
  • Aufsetzbarer Strahler, Navigations Beacon und Lautsprecher

Das Fazit ist eindeutig: Mittels Drohne werden wichtige Erkenntnisse schneller erlangt und sind einsatztaktisch nutzbar. Das erhöht die Chancen auf schnellere Rettung sowie Verhinderung von Ausbreitungen. Darüber hinaus bedeutet der Einsatz einer Drohne eine echte Absicherung eigener Kräfte im Einsatz.

Die Feuerwehr Ebenhausen hatte bereits vor der Beschaffung der Drohne drei sehr erfahrene Piloten in der Mannschaft. Derzeit findet eine intensive Ausbildung in Gruppenstärke statt. Die Einsatzmannschaft setzt sich aus einem Piloten einem Melder und deinem Gruppenführer zusammen. Melder und Gruppenführer haben dabei die gleiche Pilotenqualifikation. Die Drohnen-Einheit wird von unserem ehemaligen Kommandanten, Andreas Noel, geleitet.

Die Beschaffung der Drohne wurde ermöglicht durch eine Spende der in Ebenhausen ansässigen TW-DES GmbH, vertreten durch Thomas Neukirch, gleichzeitig Oberlöschmeister bei unserer Wehr. Wir bedanken uns sehr herzlich dafür.

Thomas Neukirch: Aufgewachsen in Ebenhausen und seit der Jugend in der Feuerwehr aktiv, kenne ich die Schwierigkeiten der Informationsgewinnung bei vielen Einsätzen. Ein Überblick aus der Luft ist ein enormer Zugewinn. Eine interne Beschaffung durch die Feuerwehr war schwierig. Die TW-DES GmbH konnte sich zum Glück eine Spende leisten. Vor allem weil es sich um die örtliche Feuerwehr handelt und so auch die Gemeinde Schäftlarn, in der die TW-DES zu Hause ist, unterstützt wird, war die Entscheidung einfach. So wissen wir genau was mit unserem Geld passiert ist und die Drohne zukünftig unserer eigenen Gemeinde helfen wird. Mit einer faszinierenden Technik und unglaublichen Möglichkeiten.

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